Rainer Eppelmann: 25 Jahre Demokratie

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Marion Schneid besuchte am Mittwoch Abend einen Vortrag zum Thema „25 Jahre Demokratie“, den die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) Rheinland-Pfalz im Bürgerhaus Oppau für ein Publikum von rund 100 Zuhörern veranstaltete. Gastredner Rainer Eppelmann beeindruckte die Landtagsabgeordnete mit seiner Liebe zur Demokratie und seinem unbestechlichen Blick auf die Diktatur der DDR.
151125publikum8643 Was Demokratie ist und was nicht hat Rainer Eppelmann persönlich in seiner Lebensgeschichte erfahren. Bis 1989 erlebte er die Scheindemokratie der DDR, danach konnte er im wiedervereinigten Deutschland als Politiker das mitgestalten, was ihm am Herzen liegt „die Köstlichkeit der Demokratie“.

Nach dem 2. Weltkrieg sei „Du Deutscher“ ein Schimpfwort gewesen.  Mit dem Aufbau der Demokratie in der Bundesrepublik habe Deutschland in den Augen der Welt wieder Ansehen gewonnen: „Die können Demokratie, die können Freiheit“. Ohne das Vertrauen der Welt in Deutschlands Demokratie wäre die Wiedervereinigung nicht möglich gewesen, erklärte Eppelmann.

Den Anspruch auf Demokratie erhob auch die DDR. Es gab 5 Parteien, allerdings waren drei davo151125gruppe8652n von der sozialistischen Führung gegründet worden, die anderen beiden sollten Zugang zu christlichen und liberalen Bevölkerungsgruppen erschließen. Die Wahlen seien eine Farce gewesen, Meinungsbildung mit nur einer einzigen zugelassenen Zeitung, die das Loblied des sozialistischen Staates sang, ein Parodie der Pressefreiheit. Die Planwirtschaft erfüllte nicht die Vorgaben der Partei und führte zu immer höheren Arbeitsnormen bei gleichbleibendem Lohn. Das führte schließlich zum Aufstand am 17. Juni 1953, der von den einmarschierenden Sowjets blutig nieder geschlagen wurde.

Die Zustände wurden unerträglich und führten schließlich zur Selbstbefreiung, ausgelöst hauptsächlich durch die friedlichen Montagsdemonstrationen, den Sturz Honeckers und Fehleinschätzungen der SED-Führung. Wesentlich für den Untergang der DDR aber sei ihr falsches Menschenbild gewesen, ist Eppelmann überzeugt: „Die haben nicht begriffen, dass unterschiedliche Menschen ein Reichtum sind.“