Arbeitsgespräch zwischen den Hauptgeschäftsführern der rheinland-pfälzischen Handwerkskammern und mehreren Abgeordneten der CDU-Landtagsfraktion Rheinland-Pfalz

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Am 9. Juni fand im Zentrum für Ernährung und Gesundheit der Handwerkskammer Koblenz ein Arbeitsgespräch zwischen den Hauptgeschäftsführern der rheinland-pfälzischen Handwerkskammern und mehreren Abgeordneten der CDU-Landtagsfraktion Rheinland-Pfalz statt. Dabei ging es um die Themen Fachkräftemangel und die EU-Dienstleistungskarte.

Als Teilnehmer waren Ralf Hellrich, HGF der Arbeitsgemeinschaft und der HWK Pfalz, Alexander Baden, HGF der HWK Koblenz, Axel Bettendorf, HGF der HWK Trier, Anja Obermann, HGF der HWK Rheinhessen sowie als Teilnehmer CDU-Landtagsfraktion Dr. Adolf Weiland, MdL, Marion Schneid, MdL, Josef Dötsch, MdL, Andreas Unger, Referent und Kevin Vogelpoth, Praktikant, anwesend.

Die Bekämpfung des Fachkräftemangels ist und bleibt in den nächsten Jahren eine der zentralen Herausforderungen für die rheinland-pfälzische Wirtschaftspolitik.

Politik und Handwerk müssen gemeinsam dafür sorgen, dass die berufliche gegenüber der akademischen Ausbildung im gesellschaftlichen Bewusstsein aufgewertet wird.

Seit vielen Jahren entscheiden sich junge, talentierte Menschen zu selten für eine solide Ausbildung im Handwerk. Gleichzeitig steigt die Zahl der Studenten. Hier brauchen wir eine bessere Balance zwischen beruflicher und akademischer Ausbildung. Eltern und Schulen vermitteln oft noch ein falsches Image von der dualen Ausbildung und der Attraktivität der vielen Handwerksberufe.

Dieses Problem muss durch eine starke, nachhaltige Bildungspolitik, die die berufliche und akademische Ausbildung gleichermaßen wertschätzt und fördert, angegangen werden. Gleichzeitig brauchen wir eine umfassendere Berufsinformation. Lehrer sollten dazu in der Lage sein, ihren Schülern ein möglichst detailliertes Bild von den Möglichkeiten und Perspektiven in den verschiedenen Handwerksberufen zu vermitteln.

Durch mehr Praxisbezug und umfassende Berufsorientierungsmaßnahmen, die auch die Eltern miteinbeziehen, sollen sich die Schüler verstärkt mit der Attraktivität und Vielfältigkeit des Handwerks auseinandersetzen. So können sie frühzeitig die Ausbildung finden, die wirklich zu ihnen passt. Das ist in vielen Fällen eben nicht die akademische, wie die hohe Zahl der Studienabbrecher belegt.

Die Karriere im Handwerk ist vielfältig und bietet viele Möglichkeiten. Auch bei der Gehaltsentwicklung braucht das Handwerk den Vergleich mit akademischen Berufen nicht zu scheuen.

Der begonnene Austausch zwischen der CDU-Landtagsfraktion und den rheinland-pfälzischen Handwerkskammern wird hierzu fortgesetzt.

Im Rahmen des EU-Dienstleistungspaketes ging es um drei konkrete Vorschläge der Europäischen Kommission, die vom Handwerk kritisch begleitet wurden.

• Verhältnismäßigkeitsprüfung
• Notifizierungsverfahren
• EU-Dienstleistungskarte

Am 29. Mai 2017 wurde im Wettbewerbsfähigkeitsrat in Brüssel zu den Punkten Verhältnismäßigkeitsprüfung und Notifizierungsverfahren eine politische Einigung erzielt. Hierin sind die Kernforderungen des Handwerks aufgegriffen.

Die Verhandlungen zur EU-Dienstleistungskarte stehen noch aus. Eine Einigung wird nicht mehr in der aktuellen maltesischen EU-Ratspräsidentschaft erwartet, sondern erst in der Ratspräsidentschaft von Estland ab dem 1.7.2017.

Im Mai 2017 hat der rheinland-pfälzische Landtag auf Initiative der CDU-Landtagsfraktion einen Antrag (ohne die Stimmen der AfD) zur EU-Dienstleistungskarte verabschiedet. Hierin wurde die Landesregierung u.a. aufgefordert, „die Europaabgeordneten des Landes Rheinland-Pfalz zu einem gemeinsamen Gespräch mit dem Wirtschafts- und Europaausschuss des rheinland-pfälzischen Landtages sowie mit Vertretern der Handwerksorganisationen in Rheinland-Pfalz zum argumentativen Austausch und zur Vorbereitung einer Anfrage des Europäischen Parlaments an die Europäische Kommission, die sich mit allen Bestandteilen des Binnenmarktpaketes und deren Auswirkungen beschäftigt, einzuladen“.

Um dieses Treffen zu initiieren, hat die Arbeitsgemeinschaft der rheinland-pfälzischen Handwerkskammern die Ministerpräsidentin, Malu Dreyer, angeschrieben.

Eine Antwort steht noch aus. Sobald diese vorliegt, tritt die Arbeitsgemeinschaft zur organisatorischen und inhaltlichen Vorbereitung des Termins mit der CDU-Landtagsfraktion in Kontakt.